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Dienstag, 30. Januar 2024

Kommunikation im Falle eines Stromausfalls

Wir haben das Thema Krisenvorsorge und Funk (generell) überall schon irgendwo behandelt. Welche Theman wurden dabei angeschnitten?

  • Legt euch einen Vorrat zu
  • Solar Panels Mobil oder Balkon - oder sogar ein Notstromaggregat
  • Notstrombatterie
  • Gaskocher damit man kein rohes Fleisch essen muss
  • Und irgendwie... Funkgerät. Da habt ihr so n Baofeng, fertig

Wir gehen nun auf das Thema Funk ein. Wie geht man damit um? Denn wo man sich Funkgeräte kaufen kann und sie auf die entsprechenden Kanäle (PMR446 und Freenet) programmieren kann, dazu finden wir überall Infos zu Hauf. Auch wie man sich eine Antenne bauen kann. Also zB Blumentopf, Lambda Halbe, Yagi und was es nicht alles gibt. Stolz wird gezeigt guck mal wie gut das hier mit dem Antennen Dings funktioniert!

Aber was soll der Otto-Normal-Mensch jetzt im Krisenfall mit den Infos anfangen? Ja klasse, hab ich jetzt ein Funkgerät, vielleicht auch auf den Kanälen für PMR446 und Freenet, aber

Was mache ich im Krisenfall mit einem Funkgerät?

Zunächst einmal, was hat man für ein Funkgerät? Ist es ein reines PMR446 Gerät oder ist es eines dieser eigentlich nur für Funkamateure zugelassenes Gerät (Stichwort "Baofeng")?

In einem anderen Artikel bin ich darauf eingegangen, dass ich das TeCom Duo C empfehle, einfach aus dem Grund weil man es auch ohne Krisenfall legal nutzen kann und es ein Dualbandgerät für PMR446 und Freenet (149MHz) ist.

Ist es ein Gerätepaar welches gegenseitig so abgestimmt ist, dass die Rauschsperre nur dann auf geht wenn das andere Gerät sendet? Ja so etwas gibt es auch, sie können auch "programmiert" werden, allerdings braucht man dazu das Programmierkabel (nein, das programmiert man NICHT über USB Anschluss o.ä.), die Software und ein bisschen Hintergrundwissen. Das Problem mit diesen Gerätepaaren ist, dass bei den Geräten die Rauschsperre nur dann aufgeht, wenn ein bestimmter Subton mitgesendet wird. Diesen findet man im Handbuch (na, haben wir noch das Handbuch?)
Beispiel: Retevis Funkgeräte PMR446. Ein Paar bekommt man extrem günstig. Kein Display nur Drehregler. Diese Geräte hören nur auf CTCSS (Subton) 114,8 Hz. Das bedeutet, nur wenn dieser Subton von der Gegenseite mitgesendet wird, öffnet die Rauschsperre. Man kann sich also nicht frei mit jedem Unterhalten, schließlich wissen die anderen gar nicht, dass man nur auf diesen Subton hört.

Es gibt noch andere Beispiele mit Gerätepaaren, so gibt es Geräte mit Display und anscheinend zig Kanälen (obwohl es frequenztechnisch auf PMR446 nur 16 analoge Kanäle gibt). Hinter diesen zig Kanälen verbergen sich allerdings die Subtöne. Man hat also beispielsweise die Kanäle 1-8 und Kanäle 9-xx sind auch die Kanäle 1-8 allerdings MIT Subton. Diesen wird man im Handbuch finden... Sofern man das noch hat, aber braucht man ja nicht

Wir stellen also fest, nicht jedes Funkgerät kann einfach so mit dem anderen kommunizieren, auch wenn es auf der gleichen Frequenz sendet. Das ist auch der Grund weshalb ich das TeCom Duo empfehle - hier kann man nämlich Subton zum Senden und für die Rauschsperre für jeden Kanal frei wählen - auch ganz OHNE Programmierkabel

Man kann also ein Amateurfunkgerät nehmen und es auf die entsprechenden PMR und Freenet Kanäle programmieren (wofür man übrigens AUCH ein Programmierkabel und Software braucht!), jedoch ausprobieren darf man es im Prinzip gar nicht. Oder man holt sich das TeCom Duo und kann sofort loslegen

Ob man nun mit dem eigenen Funkgerät mit dem Nachbarn sprechen kann der auch ein PMR Funkgerät hat, hängt davon ab, ob bei dem einen oder anderen die Rauschsperre auf einen Subton "hört". Meistens weiß man gar nicht auf welchen Subton das Gerät hört, man weiß nur, dass es auf "das andere Gerät" vom Gerätepaar hört. Hierfür bietet allerdings das TeCom Duo auch eine Lösung und das ist der Subton Scan. Das heißt das Gerät sucht nach dem Subton so lange die Gegenstation sendet. Hat man Glück, weiß man mit welchem Subton die Gegenseite operiert.

Was passiert wenn das Telefonnetz ausfällt?

Den Fall "Stromausfall" haben wir bereits erwähnt. Festnetz fällt aus, denn es gibt hier keine Notstromversorgung. Die Mobilfunkmasten fallen nach kürzester Zeit auch aus, denn eine Notstromversorgung oder Pufferung ist teuer. Einfach Akku dran? Wirklich? Die Masten die in der "freien Wildnis" stehen, sind Temperaturschwankungen ausgesetzt. Im Sommer its es heiß, im Winter eiskalt. Batterien, ob nun LiIo oder Blei-Säure, mögen sowas nicht und verlieren nach einiger Zeit an Kapazität. Wie lange würde die Batterie den Betrieb überhaupt aufrecht erhalten? Ein paar Minuten? Da sind Hobby Funker und Amateure schon weiter, bauen sie schließlich Relais Stationen mit Solar und Batterie Versorgung.

Also was wird aus dem Mobiltelefon? Nichts weiter als ein Spielzeug mit Taschenlampe. Ohne Internet und ohne möglichkeit zu telefonieren. Jedoch Funkgeräte, die funktionieren! Die Frage ist nur: Was machen wir dann damit?

Kann ich mit einem Amateurfunkgerät mit dem Rettungsdienst sprechen wenn das Telefonnetz ausfällt?

Es gibt zwar mittlerweile programmierbare Dualband Geräte die im 2m und 4m Band (2m und 4m Band beschreibt die Wellenlänge auf denen man operiert. 2m entspricht 144 - 174 MHz, 4m entspricht 68 - 87,5 MHz) funktionieren und die man theoretisch auf das 4m BOS Band einstellen könnte, das setzt jedoch zunächst einmal voraus, dass man die Frequenzen im Ober- und Unterband (na, schon wieder so ein Begriff den der "Otto-Normal-Mensch" nicht kennt) kennt und dass Feuerwehr und/oder Rettungsdienst diese Frequenzen überhaupt noch nutzen. In dem Fall ist es der alte (aber bewährte) Leitstellenfunk, d.h. man KÖNNTE damit die Rettungszentrale erreichen - vorausgesetzt natürlich, die Funkstationen sind entsprechend mit (Not)strom versorgt. Im Zuge der Digitalisierung steigen jedoch immer mehr Leitstellen auf das digitale TETRA um, welches im 70cm Band digital funkt. Kurz gesagt, es funktioniert ähnlich wie GSM und da kommen wir mit einfacher Technik nicht dran.

Die Antwort auf diese Frage könnte man also mit einem kommt drauf an beantworten. Dort wo noch im 4m Band gefunkt wird, würde das mit einem entsprechenden Gerät gehen, vorausgesetzt man weiß genau wie man das anstellt. WIE DAS geht, darauf werde ich jedoch nicht eingehen, das ist eher Aufgabe von Funkamateuren und die wissen das. Zum anderen will ich auch nicht, dass man den Rettungsdienst ohne Kenntnis auf deren eigenen Frequenzen "stört".

Wie kann ich bei Ausfall des Telefonnetzes dennoch mit dem Rettungsdienst Kontakt aufnehmen ohne zu stören?

Zunächst geht man zur nächsten Leitstelle bzw. Feuerwehr und spricht mit den Leuten dort. Wenn man sich ein wenig auskennt und so ein Amateurfunkgerät hat, kann man sich so absprechen, dass jemand bei der Feuerwehr zB über PMR oder Freenet erreichbar ist. Oder man nutzt das 2m BOS Band, den sog. Einsatzstellenfunk zwischen 165 und 174 MHz. In diesem Fall würde man das ganze etwas "zweckentfremden" aber hierbei geht es darum, dass die Feuerwehren Antennen auf dem Dach haben, die für deren Frequenzbereiche ausgelegt sind. Diese könnten sie auch für den Empfang von Notrufen einsetzen. Dabei könnte man sich auf einen Kanal (Frequenz) einigen, auf dem die Feuerwehr (Leitstelle) erreichbar ist, ohne dass dadurch der Funkverkehr zwischen Leitstelle und Einsatzfahrzeugen gestört wird.

Am wahrscheinlichsten ist es jedoch, dass man einen Kanal auf PMR 446 mit Subton einrichtet, mit dem man die nächst gelegene Leitstelle oder Feuerwehr erreichen kann. Warum? Weil PMR 446 viel weiter verbreitet ist und es fast ohne Vorkenntnisse nutzbar ist. Die andere Lösung würde so aussehen, dass man sein programmierbares Funkgerät auf die Frequenz vom Einsatzstellenfunk einstellt und DAS wird eher den Funkamateuren vorbehalten sein.

Gängige Kanäle für Notfälle

Von Region zu Region unterschiedlich aber es gibt folgende Quasi-Standards:

die 3-3-3 Regel

  • Alle 3 Stunden, also 9oo, 12oo, 15oo, 18oo, 21oo das Funkgerät einschalten
  • Für mindestens 3 Minuten reinhören
  • Auf Kanal 3. Das kann Freenet 3 oder PMR 3 sein.

Diese Regel sollte allen bekannt sein, denn wenn man Hilfe ruft, wird man wissen, dass zu den Stunden am wahrscheinlichsten jemand rein hört. Warum "nur" für 3 Minuten? Das ist wenn man keine eigene Stromquelle (zB Solar) hat und Batterie sparen will

Warum ist diese Regel sinnvoll? Sie ist leicht zu merken. Genau wie die Faustregel in Notsituationen: Ein Mensch überlebt 3 Minuten ohne Luft, 3 Tage ohne Wasser, 3 Wochen ohne Nahrung.

PMR Kanal 7 Subton 7

Kanal 7: 446,08125 MHz, Subton 85,4Hz:
Bergnotruf Frankreich, Spanien, Portugal

PMR Kanal 8 Subton 16

Kanal 8: 446,09375 MHz, Subton 114,8Hz:
Bergnotruf Italien

Generell muss man dazu sagen, dass der hier erwähnte Bergnotruf auch von den Rettungsdiensten in den Bergen genau so abgehört wird, weil es dort eben keinen guten Empfang über Mobilfunk gibt.

Außerhalb der Berge würde ich die 3-3-3 Regel empfehlen, also vor allen Dingen Notruf auf PMR Kanal 3

Wovon hängt die Reichweite meines Funkgerätes ab?

Der Funker (egal ob Hobby oder Professionell) sagt Höhe, Höhe und nochmal Höhe. Und wenn das nicht reicht, dann noch mehr Höhe. Natürlich spielt die Sendeleistung auch eine Rolle aber auch nicht in dem Umfang. Wenn Antenne und Ort nicht stimmig sind, bringt auch die doppelte Sendeleistung nicht viel mehr. Das gilt beispielsweise wenn man aus dem Hausinneren irgendwo hin funken will, wird man mit mehr Sendeleistung nur noch mehr Reflektionen bekommen und die Wellen würden sich teilweise selbst "auslöschen", nur ein kleiner Teil geht nach außen.

  • Möglichst im Außenbereich senden. Im Optimalfall hat man eine gute Antenne zB am Balkon oder noch besser auf dem Dach. Ist jedoch bei PMR nicht zulässig da hier die Antenne fest mit dem Gerät verbunden sein muss (sie darf nicht abnehmbar sein). Programmierbare Amateurfunkgeräte können an eine Außenantenne angeschlossen werden.
  • Der Sendeort sollte möglichst weit oben gewählt werden. Hat man einen zugänglichen Dachboden / Dachterrasse, sollte man es für wichtige Aussendungen von dort aus versuchen. Ist man beispielsweise im obersten Stockwerk ohne dass rundum deutlich höhere Gebäude sind, stehen die Chancen sehr gut, dass man im ganzen Ort gehört wird. Entfernungen über 5km sollten kein Problem sein. Ein Test von einem Stadtteil zum anderen, jeweils 2. OG wurde erfolgreich durchgeführt. Entfernung waren knapp 6km und die Verständigung war gut mit PMR 446.
  • Falls man eine externe Antenne nutzt, sollte sie für die eingesetzte Wellenlänge NICHT gekürzt sein. Das heißt, beispielsweise für 70cm Band müsste der Strahler 1/4 davon haben, also ca 17,5cm. Nutzt man 70cm und 2m (PMR und Freenet), kann man mit einer Antenne beide Frequenzbereiche abdecken, nämlich eine 50cm Antenne, die 1/4 von 2m entspricht. Für das 70cm Band wären es 3/4 (70cm * 3/4 = ~50cm), was auch geht.
  • Will man NOCH WEITER kommen und hat das Glück einen Berg von 500m und höher in der Nähe zu haben, kann man es von dort aus versuchen. Bei einem Test mit Freenet (0,5W Sendeleistung) bin ich aus einer Höhe von über 1000m gut 160km weit gekommen. Das war von Berg zu Berg aber die Aussendungen waren noch hörbar und verständlich. Die gleichen Bedingungen mit CB Funk und 4W Sendeleistung resultierten in einer glasklaren Verständigung. Somit ließen sich Informationen von weiter entfernten Orten einholen, d.h. man könnte in Erfahrung bringen ob im Umkreis von 100km auch der Strom ausgefallen ist.

Erweitern der Reichweite

Wenn man nicht unbedingt auf einen Berg fahren möchte (oder kann), könnte man das Glück haben, einen Repeater oder Relais in der Nähe zu haben, der von Hobbyfunkern betrieben wird. Diese sind oft mit Solar und Batterie ausgestattet, sodass sie unabhängig von der öffentlichen Stromversorgung funktionieren.

Ein Repeater empfängt eine Aussendung, zeichnet sie auf und wiederholt sie. Man nennt es auch Papagei Weil er einfach nachplappert was man gesagt hat. Das hört sich im ersten Moment vielleicht "dumm" an, ergibt jedoch durchaus Sinn (sonst würde man es ja nicht machen). Der Repeater hat meistens eine exponierte Lage, steht also höher und hat somit eine größere Reichweite als man selbst. Außerdem steht er meistens woanders als man selbst. Erreicht man also beispielsweise einen Repeater im Nachbarort und dieser wiederholt die Aussendung, wird das was man gesagt hat, über den Nachbarort hinaus zu hören sein. Eine Verbindung die man von seinem Standort gar nicht aufbauen könnte.

Wie das ganze funktioniert? Ganz einfach, man Spricht drauf, wartet bis der Repeater die Wiederholung fertig gesprochen hat und DANN darf man nicht einfach wieder drauf los plappern, denn in dem Moment sendet vielleicht jemand anderes den man selbst nicht hört, aber den der Repeater hören kann. Wenn man dabei den Funk "stört" wird diese in dem Moment verzerrt. Also am Besten mindestens eine Minute abwarten ob danach noch etwas kommt.

Eine "manuelle Methode" des Repeaters wäre quasi das Weiterreichen einer Botschaft von einem Nachbarn zum anderen. Man sendet also etwas, ein anderer Funker in 5km Entfernung schnappt das auf und sendet von seinem Standort die Botschaft weiter an den nächsten der weitere 5km entfernt ist, usw.. Und dann darauf hoffen dass die Botschaft unterwegs nicht verfälscht wird ;)

Eine ganz besondere Form der Reichweitenerweiterung stellt das Funkrelais dar. Es funktioniert ähnlich wie ein Repeater aber es sendet im selben Moment wie es empfängt. Moment mal, wird man sich jetzt denken, man kann doch nicht gleichzeitig senden wenn man empfängt - Korrekt! Nicht auf der gleichen Frequenz! Es muss einen gewissen Mindestabstand zwischen Empfänger- und Sendefrequenz geben. So etwas ist im Amateurfunk, Betriebsfunk, und im guten alten BOS Funk gang und gäbe! In Deutschland und Tschechien haben wir im CB Funk 80 Kanäle auf denen man genau das realisieren kann. Denn der Frequenzabstand zwischen Kanal 40 (27,405 MHz) und 41 (26,565) sind 840kHz. Wünschenswert wären natürlich > 1MHz aber damit lässt sich schon ein Repeater realisieren und es wird auch so praktiziert. Beispielsweise das CB Funk Relais Teck welches man über einen größeren Umkreis erreichen kann.

Wie so ein Relais funktioniert ist einfach: Man sendet auf Kanal 41 und empfängt auf Kanal 40.

Was brauchen wir sonst für den Krisenfall?

Also die Sache mit den Vorräten sollte klar sein. Abgesehen davon findet ihr hier eine Liste an nützlichen Dingen die im Falle eines Stromausfalls weiterhin funktionieren

Was brauchen wir im Falle eines Stromausfalls

Da ist kein Quatsch, Dinge die man auch ohne Stromausfall gut nutzen kann!

Freitag, 10. Dezember 2021

Kommunikation und Versorgung im Krisenfall / Stromausfall

Was passiert, wenn mal der Strom ausfällt? Nicht nur in der eigenen Wohnung / Haus, sondern beispielsweise in der ganzen Stadt? Beispiel 13.09.2021 Dresden, da soll ein Folienballon für einen längeren Stromausfall gesorgt haben... Wobei, wenn ein Folienballon wirklich von einer so hohen Spannung mit so viel Energie einen Kurzschluss verursacht, dann wird von dem Ballon kaum noch etwas übrig bleiben.

Was passierte bei dem Stromausfall?

Abgesehen davon, dass man zB nicht mehr fernsehen konnte, ging auch kein Internet mehr und Mobilfunk war auch weg. Ja, Überraschung, die meisten Mobilfunkmasten sind überhaupt nicht notstromgepuffert, wir haben schließlich die beste Stromversorgung aller Zeiten. Und Notstrom / Batterie bzw. die Instandhaltung kost Geld. Also: Nein

Beispiel Hochwasser Ahrweiler

Stromausfall in Dresden war im Vergleich zum Hochwasser in Ahrweiler harmlos. Hier sind Menschen ums Leben gekommen und haben ihr Zuhause verloren. Auch hier gab es keinen Strom und Mobilfunkmasten fielen aus. Wie soll man den Notruf anrufen, wenn man keine Verbindung zum Mobilnetzbetreiber hat?

Vorbereitung für Stromausfall bzw. Ausfall der Kommunikation

Das Beispiel Ahrweiler war ein sehr tragisches und hat uns gezeigt, dass bei uns eben nicht alles super organisiert ist

Dieser Artikel wird sich nicht damit beschäftigen, wie man sich vor Hochwasser schützt. Im Großen und Ganzen geht das z.B. mit Überflutungsflächen und Schutzwällen. Aber individuell kann man sein Haus eher nicht davor Schützen, dass es weggespült wird. Und vor inkompetenten Politikern kann man sich nur mit der richtigen Wahl bei den Wahlen schützen - mehr oder weniger...

In diesem Artikel geht es also hauptsächlich um die Aufrechterhaltung der Kommunikation, wenn Mobilfunk und Festnetz - aus welchen Gründen auch immer - ausfallen.

Was ich daheim habe

Eines vorweg, dieser Abschnitt ist keine direkte Anleitung, da dies keineswegs für jeden machbar ist. Diesen Teil überspringen? Weiter zur Empfehlung!

Grundsätzlich habe ich mich für den Aufbau einer 12V Insel Solaranlage entschieden. Folgende Fragen die dazu aufkommen:

Ich habe bei der Sanierung meiner Wohnung einfach schon mal einige zusätzliche Kabel verlegt, und zwar von den beiden Balkonen in das Zimmer, in dem auch die Solarbatterie stehen würde. Denn es macht keinen Sinn eine Batterie den widrigen Bedingungen - sowohl im Sommer und erst recht im Winter - draußen auszusetzen. Diese sind normale zweipolige Kabel (Gleichstrom) mit einem Querschnitt von 4mm², die an Solarpanels angeschlossen werden.

Warum 4mm²? Willst du schweißen oder eine elektrische Heizung betreiben?
Nun, so ähnlich wurde ich gefragt. Von jemanden der nicht der Unterschied zwischen 14V und 230V versteht. Ziehe ich 5A bei 230V, so habe ich 1150 Watt. Beeindruckend. Bei 14V sind es aber nur noch 70 Watt. Nicht mehr so beeindruckend. Bei der Wahl des Querschnitts zählt nicht die Leistung (Watt) sondern die Stromstärke (Ampere). So fließt bei 14V nun mal ein relativ hoher Strom, auch wenn man "nur" 70 Watt zieht.

Das ist auch der Grund, weshalb diese Maßnahme nicht für jeden geeignet ist, sie erfolgt während einer Rennovierung / Sanierung. Wenn man gerade offene Decken hat, hat man diverse Möglichkeiten, neue Kabel zu ziehen. Nicht nur Stromkabel, auch EDV Kabel lohnt es sich bei der Gelegenheit zu verlegen!

Außerdem habe ich von dem Zimmer mit der Solarbatterie auch in jedes Zimmer je ein Gleichstrom Kabel gezogen, sodass ich überall die Möglichkeit habe, Geräte an 12V anzuschließen

Es ist also alles im Arbeitszimmer zusammen geführt und die Technik im Schrank verstaut. Hier befindet sich eine 12V Solarbatterie, ein Laderegler und ein kleiner Kasten mit Autosicherungen.

Wichtig ist, dass es sich hierbei um eine zyklenfeste Solarbatterie und keine gewöhnliche Autobatterie handelt! Denn eine Autobatterie wird hauptsächlich zum Starten des Verbrennungsmotors genutzt. Sie gibt für einen kurzen Moment sehr viel Energie auf einmal ab und bekommt unmittelbar danach wieder relativ viel Energie durch den Generator zugeführt. Diese Art von Batterien mögen es möglichst lange voll zu sein und vertragen es gar nicht, wenn man ihnen die Energie bis zur letzten mAh entnimmt. Daher muss man eine zyklenfeste Batterie nehmen, die für Lade- und Entladezyklen, wie bei der Solaranwendung geeignet ist.

Dazu gibt es noch zwei Displays, das eine zeigt mir die Batteriespannung, das andere die Ladespannung (bzw. die Spannung die an den Solarmodulen anliegt) sowie Ladestrom an. Zwar zeigt mir der Laderegler ungefähr an, wie der Status ist (Grün, Gelb, Rot), mit den Spannungs- und Stromanzeigen habe ich ein viel besseres Bild über die Lage.
Bei der Batteriespannung sehe ich, wie kritisch oder gut der Zustand ist. Die Anzeige der Stromstärke zeigt mir, welcher Strom gerade von den Solarmodulen kommt. Die Anzeige der Solarmodulspannung zeigt mir, ob die Batterie voll ist. Denn wenn die Solarmodule volle Leistung bringen können, der Laderegler aber sagt "Stopp! Die Batterie ist voll!", dreht der Laderegler den Strom runter und die Spannung an den Solarmodulen geht bis an die 20V hoch. Dann weiß ich, dass ich zusätzliche Verbraucher dazuschalten sollte. Ich kann dann beispielsweise meinen Laptop oder eine Powerbank mit PowerDelivery (20 oder 30 Watt) schnell laden.

Warum nicht ein 24V System?
Das wäre auch eine Überlegung gewesen. Vorteil von 24V sind natürlich, dass man die doppelte Leistung bei gleicher Stromstärke übertragen kann. Das bedeutet auch, bei gleichem Kabel Querschnitt mehr Leistung mit weniger Verlusten als bei 12V. ABER

  • Auf der anderen Seite müssten die Solarpanels für 24V ausgelegt sein. Und das bedeutet, entweder ich schalte zwei identische Panels in Reihe (1 Panel liefert bei Sonnenschein unbelastet unter 24V und das ist definitiv zu wenig), was aber nicht möglich ist, da für 2 Panels nebeneinander an einem Balkon kein Platz ist.
  • Mit einem Step-Up-Converter könnte ich zwar die Spannung auf zB 28V bringen, aber dann hätte ich wieder durch die Umwandlung Verluste und zusätzliche Kosten für einen für die Leistung entsprechend ausgelegten Step-Up-Converter.
  • Ich müsste 2 identische Batterien in Reihe schalten

Und ein weiterer sehr wichtige Aspekt für 12V / gegen 24V ist:
Es gibt sehr viele Geräte die nativ mit 12V arbeiten. Ordentliche Kfz USB Ladegeräte können sowohl mit 12 als auch 24V betrieben werden (ja LKW und Busse haben 24V). Für andere Dinge bräuchte man Step-Down-Converter auf 12V.
Folgende Geräte lassen sich damit wunderbar betreiben

  • Alle Kfz USB Ladegeräte sowie generell alles was man über KfZ Spannung betreiben kann. Unter anderem auch:
  • KfZ Laptop Ladegeräte (zB Universal Ladegeräte oder PowerDelivery)
  • Generell auch alles was mit 5V funktioniert, wofür man lediglich ein Kfz USB Ladegerät benötigt. Das Anwendungsfeld geht über Telefone hinaus, beispielsweise funktionieren auch eine Wetterstation oder ein Ethernet-Switch mit 5V.
  • TechniSat Receiver funktioniert mit 12V
  • CB Funkgeräte die im Fahrzeug betrieben werden können, lassen sich auch hier mit 12V betreiben. Generell können CB Funkgeräte mit einer guten Antenne bei Stromausfall nützlich sein.
  • Handfunkgeräte lassen sich auch entweder mit 12V oder über USB laden. Andere haben ggf. ein Akkupack mit mehreren AA Zellen
  • Mein Ladegerät für AA / AAA Zellen (Akkus) funktioniert auch mit 12V. Somit kann man auch indirekt alles weitere, das mit diesen Zellen läuft, mit Solarstrom versorgen.

Warum habe ich Gleichstromkabel in jedes Zimmer gezogen?
Damit ich die Solarenergie überall dort verbrauchen kann, wo sie benötigt wird. So kann man beispielsweise

  • im Wohnzimmer mit Kfz Ladegeräten, die auch Schnellladen (zB Power Delivery) können, das Telefon oder was auch immer über USB aufladbar ist, aufladen.
  • Oder ich kann die TechniSat Box damit betreiben.
  • Im Schlafzimmer wird der Wecker damit betrieben. Und natürlich kann ich auch hier über USB mein Telefon aufladen.
  • Im Arbeitszimmer wird damit der Ethernet-Switch betrieben.
  • Ich kann das CB Funkgerät damit betreiben, was bei einem Stromausfall nützlich sein kann.
  • Außerdem kann ich die Handfunkgeräte ebenfalls mit 12V aufladen.
  • Die FritzBox funktioniert auch mit 12V. Das hilft im Notfall zwar nicht wirklich weiter (da die Vermittlungsstelle dann auch stromlos ist), aber in guten Zeiten kann ich mit einer "solar betriebenen" Fritzbox auch Geld sparen

Was ich empfehle

Nun habe ich selbst ein relativ aufwändiges System mit einem seperaten 12V Netz, Batterie usw..

Diese Lösung ist nicht für jeden applikabel, aber wer sich für einen Stromausfall vorbereiten will und wenigstens etwas Energie daheim haben möchte, gibt es flexible Lösungen

Dabei kann man durchaus auch etwas Strom sparen. Es ist nicht im gleichen Umfang wie ich das für mich gemacht habe oder wie das jemand machen kann der gerade seine Immobilie saniert, aber immerhin etwas und im Verhältnis preisgünstig.

Was braucht man bei einem Stromausfall?

Bei Stromausfall braucht man Licht
Ja, die Lichtschalter funktionieren bei einem Stromausfall überhaupt nicht mehr wie man es gewohnt ist. Und an der Sicherung rum zu spielen bringt es auch nicht. Ein Blick aus dem Fenster wird uns verraten ob die Nachbarn und die Straßenlaternen auch keinen Strom mehr haben. Dann müssen wir auf andere Dinge zurückgreifen:

Die wiederaufladbare "Nachttischlampe"
Ursprünglich hatte ich etwas Ähnliches beim Höffner geholt, was vom Material her etwas höherwertig war, jedoch der Akku aus irgendeinem Grund NICHT funktionierte. Ich sah mir dann verschiedene solche Lichter und ihre Rezensionen an. Letztenendes bin ich zu dieser gekommen und habe diese auch bestellt:
Es ist eine aufladbare LED Lampe, die man in verschieden Farben leuchten lassen kann. Man kann sie auch dimmen, also Lichtstärke ändern.
Warum diese Lampe nicht nur für den Notfall sinnvoll ist, sondern auch im täglichen Leben gut eingesetzt werden kann:
Wie gesagt, als Nachttischlampe, nutze ich sie selbst nicht. Aber ich nutze sie um morgens, wenn es noch dunkel ist, mir überall Licht zu machen, ohne gleich das große grelle Licht einzuschalten. Zudem kann man das dezente Licht sehr gut nutzen um die anderen Familienmitglieder nicht aufzuwecken. Und wie gesagt, bis man richtig wach ist, kann man das dezente Licht nutzen und spart nebenher Strom, da man das große Licht an der Decke NICHT einschaltet.
Diese "Laterne" hat auf einer Seite auch einen nützlichen Henkel, sodass man sie entweder irgendwo aufhängen kann oder sie am Henkel durch die Wohnung / das Haus tragen. Bei einem Stromausfall dient diese Laterne also auch als Lichtquelle für das eigene Zuhause. Da diese einen eingebauten 1800mAh Akku hat, ist sie absolut zu empfehlen. Natürlich sollte man diese Lampe auch hin und wieder laden. Nicht, dass diese ausgerechnet DANN leer ist, wenn der Strom auch weg ist. Und sollte es dennoch dazu kommen, dass der Strom genau dann ausfällt wenn die Lampe leer ist, sollte man etwas Energie vorrätig haben.

Wenn es kalt ist, braucht man auch Wärme
Die Wahrscheinlichkeit für einen Stromausfall ist im Winter am größten. Natürlich kann sowas auch durch verschiedene Umstände auch im Sommer passieren. Da wir jedoch die "fossilen Energien" abbauen und alles mit Wind und Sonne abdecken wollen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass uns Energie bei einer Dunkelflaute fehlt, am größten. Das bedeutet dann, wenn weder die Sonne scheint noch der Wind weht. Ich schätze ein Brownout wäre da am wahrscheinlichsten. Denn bevor es zu einem echten Blackout kommt, wird man Vorkehrungen treffen und Verbraucher nacheinander abschalten. So kann es eben durchaus vorkommen, dass man von einem Brownout betroffen sein wird.

Der Teelichtofen

Dazu braucht man natürlich noch Teelichter. Es werden allgemein die von Ikea empfohlen, da sie vom Preis-Leistungs-Verhältnis am Besten sind. Und diese werden von der Firma KORONA CANDLES in Polen hergestellt. Das heißt, man kann alle Kerzen von diesem Hersteller empfehlen. Dieser Teelichtofen braucht je nach Größe etwas Zeit um warm zu werden, ist dann aber heiß und strahlt Wärme ab. Natürlich kann man damit nicht die ganze Wohnung heizen, aber im Notfall kann man damit den einen Raum, in dem man sich aufhält, gut beheizen und zumindestens eine angenehme Temperatur aufrechterhalten.

Wenn kein Strom da ist, braucht man Energie
Um seine Laterne, das Telefon oder Sonstiges aufzuladen, braucht man Energie. Am Besten nicht NUR eine Powerbank, sondern einen Stromspeicher UND eine Stromquelle.

Die Solar Stromquelle

Ein faltbares und mobiles Solarpanel. 50 Watt wäre so das Minimum das ich hier empfehlen würde. Ich selbst habe (wie oben erwähnt) mein Balkonkraftwerk mit nicht mobilen Solar Panels und insgesamt mehr Leistung. Der Grund weshalb ich mindestens 50 Watt empfehle ist, dass man die 50 Watt nur unter optimalsten Bedingungen bekommt. Und dann kann man sagen "oh ja das ist relativ viel". Aber wenn es bewölkt ist, dann sieht die Leistung schon ganz anders aus. So bringen diese 60 Watt Panels auch bei Bewölkung immerhin noch ETWAS, während kleinere Panels kaum noch etwas raus bekommen.

Warum ausgerechnet dieses faltbare Solarpanel?
Einerseits hat es einen 18V DC Ausgang mit dem man gut eine 12V Batterie laden könnte und zusätzlich hat es einen integrierten Ladecontroller bzw. USB mit PowerDelivery. Und mit PD kann man seinen Stromspeicher laden, der ebenfalls PD unterstützt:

Der Stromspeicher

Der RoyPow! Eine relativ große PowerBank mit Schnellladefunktion.
Warum ausgerechnet DIESE PowerBank? Sie ist schließlich relativ teuer, es gibt günstigere... Ja natürlich gibt es günstigere. Aber Dieser RoyPow hat:

  • Eine hohe Kapazität von über 86Wh (das entspricht ca 23200 mAh verglichen mit einer normalen USB Powerbank)
  • Schnellladefunktion mit PowerDelivery (PD), sowohl beim Laden (mit USB C) als auch beim Versorgen (USB A oder C).
    PowerDelivery mit bis zu 30 Watt Leistung
  • Die Schnellladefunktion ist auch deshalb wichtig, weil wenn der 60 Watt Solarpanel gerade 40 Watt bietet, wäre es gut, diese 40 Watt auch anzunehmen. Kann die Powerbank nur 10 Watt, verschwendet man das Potential. Wenn die Sonne gerade richtig gut auf den Panel scheint, sollte man am besten gleichzeitig noch eine weitere Powerbank laden.
  • 2x 12V Ausgänge. Ein Zigarettenanzünderstecker / Kfz Stecker und eine Hohlbuchse. Es wird sogar ein Kabel mitgeliefert

Letzteres ist tatsächlich sehr wichtig, da nicht alle Geräte mit 5V USB arbeiten. Somit kann man auch 12V Geräte betreiben, die mittels Hohlklinkenstecker angeschlossen werden. Und tatsächlich, dieser RoyPow liefert auch ein entsprechendes Kabel mit.
Was kann man damit betreiben?
Beispielsweise kann man daraus seine Handfunkgeräte laden. Oder man betreibt ein stationäres Funkgerät, welches mit 12V arbeitet. Man könnte damit auch die FritzBox betreiben um zu sehen, ob man ein Signal bekommt... (Ist der Strom jedoch zumindestens im gesamten Stadtteil weg, so kann man davon ausgehen, dass die FritzBox auch kein Signal bekommt)

ACHTUNG BEI 12V ANSCHLUSS!
Es gibt natürlich einige Geräte die mittels Hohlbuchse / Stecker angeschlossen werden und mit 12V funktionieren. Die meisten funktionieren mit 12V und haben innen + und außen -. DAS IST ABER NICHT IMMER SO!
Darum ist es äußerst wichtig, dass man sich vorher vergewissert, dass das Gerät mit 12V und der entsprechenden Polarität arbeitet. Manche Geräte haben eine vertauschte Polarität. D.h. Pluspol ist außen und innen ist Minus. Wenn man das falsch anschließt, kann man das Gerät beschädigen!

Es ist im übrigen nicht falsch auch andere Powerbanks zu haben, wenn man sowieso noch welche hat. Dabei sollten sie aber schon wenigstens die 2A bringen bzw. aufnehmen, PowerDelivery wäre da natürlich noch besser. Hat man eine ältere Powerbank mit 1A, na ja immerhin etwas. Wenn man es schon hat, sollte man es auch nutzen.

Von welchen Powerbanks ich ABRATE
Steckt euer Geld NICHT in Powerbanks "mit integrierter Solarzelle". Das ist nutzlos, wobei ich Powerbanks mit faltbarem Solarpanel noch irgendwo Ok finde. Aber solche die einfach nur eine Solarzelle hinten haben, bringen kaum etwas. Zwar sieht es so aus, als würden sie bei Sonnenlicht geladen, doch die Leistung ist so niedrig, dass es ewig dauern würde, bis die PowerBank aufgeladen ist. Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Problem ist:
Will man die Powerbank in der Sonne laden, muss sie in der Sonne sein. Sonne erzeugt Hitze. Und Hitze ist schlecht für den Ladevorgang. Der Ladecontroller würde bei einer zu hohen Temperatur abschalten um die Powerbank zu schützen.

DAHER IST ES WICHTIG, DASS POWERBANK UND SOLARMODUL GETRENNT SIND - Solarmodul in der Sonne, Powerbank im Schatten!

Kommunikation untereinander
Wenn der Strom mindestens im gesamten Stadtteil ausfällt, hat man weder stationäres Internet (und damit auch kein Telefon), noch mobiles Internet. Denn die allermeisten Mobilfunkmasten sind nicht notstromgepuffert, und wenn, dann nur für wenige Minuten. Man könnte unter Umständen, wenn man seine Position erhöht (zB am Dachboden), die nächste Mobilfunkzelle erreichen, die noch mit Strom versorgt ist. Dies gilt aber nur dann, wenn ein Stadtteil betroffen ist. Sind größere Bereiche vom Stromausfall betroffen, hilft auch das nicht. Man sollte es aber in jedem Fall probieren, dann wüsste man zumindestens, dass noch irgendwo anders Strom ist und nicht das ganze Gebiet betroffen ist.

Thema Kommunikation und vor allen Dingen Funk ist relativ vielschichtig. Viele Leute reden viel über dieses Thema und empfehlen dies und das. Hier geht es darum, dass man sich untereinander verständigen kann. Also einer geht raus, nimmt ein Funkgerät mit, der andere hat daheim das andere Funkgerät um Kontakt miteinander zu halten. Oder auch, wie man sich mit dem Nachbarn unterhalten kann.
Am häufigsten werden Baofeng Amateurfunkgeräte empfohlen, was ich ausdrücklich NICHT empfehlen würde. Zumindestens nicht für Laien die sich mit dem Thema überhaupt nicht beschäftigt haben. Einerseits wurde ein Baofeng Gerät kürzlich verboten (man kann es also nicht mal kaufen) und andererseits sind es Amateurfunkgeräte.

Was ist das Problem mit Baofeng Amateurfunkgeräten
Ja, diese Geräte können hilfreich sein. Sie werden oft empfohlen weil sie viel können. Vor allen Dingen kann man mit diesen Dingern auf Frequenzen senden, auf denen man eigentlich überhaupt nichts verloren hat. Sie KÖNNEN auch auf PMR und Freenet Frequenzen senden, aber dafür sind sie nicht zugelassen.
Ein wichtiger Punkt sei hier erwähnt. Man kann solche Amateurfunkgeräte zwar besitzen, man darf mit ihnen aber NICHT SENDEN. Nein, auch auf den PMR Frequenzen darf man das nicht. Man würde sich also ein AmFu Gerät kaufen, welches man sonst überhaupt nicht nutzen kann, und quasi nur für den Notfall vorhält. Und dann, wenn der Notfall eintritt? Was macht man dann? Ist das Gerät vorkonfiguriert? Oder schaltet man es dann ein und erhofft sich irgendetwas?

Amateurfunkgeräte sind für den Laien nicht so einfach zu bedienen
Also kauft man sich so ein Amateurfunkgerät ohne sich damit zu befassen und vor allen Dingen richtig zu programmieren, so hat man im Notfall ohnehin ein großes Problem. Denn dann hat man keinen Zugriff auf Internet welches einem erklärt, wie man das ganze macht. Also schaltet man es ein und landet vermutlich auf den vorprogrammierten Amateurfunkfrequenzen. Und dann? Weiß man was ein Relay ist und wie man sein Funkgerät so einstellt, dass man damit kommunizieren kann? Wohl kaum. Kommt man auf die Frequenz eines Relais, so wird man damit höchstwahrscheinlich die Kommunikation eher stören als irgendetwas sinnvolles damit zu erreichen. Und diese Kommunikation kann, gerade im Krisenfall, für Funkamateure wichtig sein. Wenn man dann mit seinem Baofeng dazwischen geht, ohne zu wissen wie das richtig funktioniert, verursacht man nur Probleme und keine Kommunikation.

Was empfehle ich stattdessen?
Wie gesagt, es werden Amateurfunkgeräte empfohlen, viele geben noch eine Anleitung dazu, wie man diese Geräte so programmiert, dass man PMR Frequenzen drin hat. Aber wozu das ganze? Es gibt Geräte die kann man ohne Amateurfunklizenz nutzen und sie haben PMR und Freenet von Haus aus drin. Man kann diese Geräte JEDER ZEIT NUTZEN.

Das TeCom Duo C

Es ist prinzipiell ein modifiziertes Amateurfunkgerät, welches für den normalen Gebrauch auf Freenet und PMR Frequenzen (ohne Funkamateur Lizenz) zugelassen ist. Wir sollten vielleicht in diesem Zusammenhang mal klären was "Freenet" und "PMR" eigentlich ist.

Was ist PMR (eigentlich PMR 446) ?
PMR steht für PortableMobileRadio. Die korrekte Bezeichnung ist eigentlich "PMR 446", denn "Portable Mobile Radio" kann auch ein Funkgerät bei der Feuerwehr oder im Betriebsfunk sein.
Nun sind PMR446 Geräte die Geräte, die man fast überall bekommt. ZB im Baumarkt im Zweierpack um auf der Baustelle miteinander zu kommunizieren. Sehr oft werden diese Geräte auch als Kinderspielzeug verkauft, weshalb man auf diesen Geräten auch oft spielende Kinder hört. Die "446" steht für 446 MHz, der Bereich in dem diese Geräte arbeiten. Nämlich 446,00 ~ 446,20. Zumindestens in Deutschland hat man 16 analoge Kanäle, der Rest der EU soll aber auch 16 Kanäle im PMR 446 bekommen.
Das TeCom Duo unterstützt jedenfalls 16 PMR446 Kanäle, und das ist ein Vorteil. Warum? Nun, die meisten im Umlauf befindlichen PMR446 Geräte haben maximal 8 Kanäle. Im Krisenfall kann es durchaus sein, dass diese Kanäle überlaufen sind. Man kann dann auf die Kanäle 9-16 ausweichen. Im Übrigen sei hier erwähnt, dass manche Geräte dem Anschein nach mehr als 8 Kanäle haben, In Wirklichkeit sind es aber nur 8 Frequenzen, wobei die Kanäle größer 8 einfach die selben sind, nur mit Subton. Man müsste dann im Handbuch nachschlagen welcher Gerätekanal welcher Frequenz und Subton zugeordnet ist.
Subtöne sind, um es vereinfacht auszudrücken, nicht hörbare Töne die dazu führen, dass beim Empfänger die Rauschsperre auf geht, wenn dieser auf den selben Subton "hört". Es ist also keinerlei Abhörschutz, man wird nur nicht von anderen Sendern "gestört", da jemand anderes keinen oder einen anderen Subton nutzt. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass ein Kanal, eine Frequenz nur EIN MAL belegt werden kann. Es gibt KEIN Duplex wie wir es vom Telefonieren gewohnt sind, man muss erst warten bis der Kanal frei ist und kann dann erst sprechen. Das nur der Vollständigkeit halber.

Was ist Freenet Funkanwendung?
Man sagt auch "149 MHz", denn in diesem Frequenzbereich arbeitet Freenet mit 6 analogen Kanälen. Hat in diesem Fall NICHTS mit der App "Freenet Funk" bzw. Mobilfunk (mit SIM Karte) zu tun. Freenet ist eine Nationale Jedermannfunkanwendung die nur in Deutschland zugelassen ist. Im Nachbarland Polen ist auf den Frequenzen die Feuerwehr angesiedelt, das nur als Hinweis.

Warum ist Freenet 149 MHz so interessant und warum ist es gut es zu haben?

  • Die meisten Funkgeräte in deutschen Haushalten sind normale PMR Geräte. Das ist zwar gut für die Kommunikation zum Nachbar der zufälligerweise auch ein PMR Gerät hat, sind die Kanäle jedoch überlaufen, so ist es gut, noch ein paar Kanäle "übrig" zu haben.
  • Freenet Geräte sind eher bei den Semi-Professionellen Anwendern beliebt. Das sind Leute die beschäftigen sich zB schon mit Amateur- oder CB Funk. Kann man solche Leute erreichen, ist es sogar besser, da sie durch ihr Wissen eher helfen können als der Nachbar der vielleicht zum ersten Mal seit langem wieder sein PMR Gerät eingeschaltet hat
  • Die Ausbreitungscharakteristiken sind im 2m Band (149 MHz) besser als im 70cm Band (446 MHz). Man kommt generell weiter.
  • Für Freenet sind 1 Watt Sendeleistung (außer in Grenznähe) zugelassen, für PMR446 nur 0,5 Watt. Somit kommt man auch deswegen weiter als mit PMR446

Zurück zum Funkgerät
Wie schon erwähnt, kann das TeCom Duo C sowohl PMR446 als auch Freenet. Es ist ein relativ kleines und sehr handliches Gerät und die Antenne ist aus rechtlichen Gründen festgeklebt. Natürlich, bei einem Amateurfunkgerät kann man die Antenne austauschen. Natürlich könnte man mit einer entsprechenden größeren Antenne eine noch höhere Reichweite erzielen, aber auf dieses Thema wollen wir hier erst gar nicht eingehen. Denn, wie schon gesagt, das ist so illegal. Und wir wollen ja auch etwas, das wir auch außerhalb eines Krisenfalls nutzen können. So können wir das Gerät schon mal besorgen und sich damit befassen, schauen wie es funktioniert und welche Möglichkeiten man hat. Und man kann mit dem TeCom Duo sogar ohne Krisenfall senden. Die Antenne in dem TeCom Duo ist zwar nicht die allergrößte, hat aber trotzdem verhältnissmäßig gute Werte und verglichen mit anderen PMR446 Funkgeräten (die meist nur einen kleinen Stummel haben), doch ziemlich gut.
Was das TeCom Duo auch von anderen Geräten unterscheidet ist auch, dass es ein Display hat. Viele günstigere Geräte haben nur einen Drehschalter für die Kanalwahl und einen Regler für die Lautstärke. Da geht nicht viel.

Was macht das TeCom Duo so besonders?
Wir haben hier schon einiges erwähnt was für den Kauf eines TeCom Duo spricht. Ich will das hier nochmal zusammenfassen:

  • Es ist, im Gegensatz zu Baofeng oder anderen Amateurfunkgeräten für jedermann jederzeit zugelassen
  • Dualband Funkgerät, welches auf Freenet (2m Band) 6 Kanäle und PMR446 (70cm Band) 16 Kanäle bietet.
  • 1 Watt Sendeleistung auf dem 2m Band (Freenet)
  • 16 PMR446 Kanäle anstatt nur 8 (im Vergleich zu den meisten anderen PMR446 Geräten)
  • Relativ gute Antenne im Verhältnis zu den meisten anderen PMR446 Geräten
  • Sehr handlich, ideal zum "einfach mitnehmen"
  • Eingebautes FM Radio!
  • Display mit verschiedenen Farbmöglichkeiten
  • Dual Chanel - Man kann 2 unterschiedliche Kanäle gleichzeitig abhören
  • Subtöne CTCSS und DCS
  • Es ist möglich bei einer Aussendung auf einem Kanal nach einem Subton zu scannen (also zu prüfen welchen Subton der Sender gerade nutzt) Das ist hilfreich, wenn man mit derjenigen Person in Kontakt treten will und diese nutzt einen Subton. Denn wenn wir selbst ohne Subton senden und der andere für den Empfang einen Subton eingestellt hat, wird die Rauschsperre bei ihm nicht aufgehen und er wird dich nicht hören.

Warum nicht CB Funk?
Ja, CB Funk wird heutzutage immernoch als Hobby genutzt. Da gibt es die Bergfunker die sich freuen, dass sie von 1000 Metern Höhe auf Kurzwelle über 180km weit kommen. Manchmal sogar noch weiter.
Es gibt die LKW Fahrer die das CB Funkgerät von Haus aus im Fahrzeug verbaut haben, ob sie es an haben ist eine andere Frage.
Also warum nicht CB Funk?
Ja, durchaus, CB Funk hat seine Vorteile. Nachteil ist aber, dass diese Geräte deutlich größer sind, ja auch die Handfunkgeräte. Diese eignen sich eher für eine Stationäre oder Mobile Anwendung. Darüber hinaus benötigt man wegen der größeren Wellenlänge auch eine größere Antenne. 2,7 Meter normalerweise (durch entsprechende Methoden kann man die physikalische Länge kürzen oder bei einem anderen Lambda Verhältnis auch noch größer machen, aber Antennen sollen jetzt mal nicht das Thema sein!).
CB Funk mit 80 Kanälen in Deutschland und Tschechien und 4 Watt Sendeleistung ist also grundsätzlich eine tolle Sache, für den Anwendungsfall Kommunikation in Krisenfall eher weniger geeignet. Alleine schon deshalb, weil mindestens ein Nachbar irgendwo in der Nähe ein PMR446 Funkgerät haben wird, ein CB Funkgerät dagegen nicht. CB Funk macht auf lange Distanzen Sinn, nämlich wenn man Nachrichten von Berg zu Berg oder wenigstens von Tal zu Berg und umgekehrt, übermitteln will.

Für Kommunikation über weitere Distanzen haben wir die Profis
Dieser Artikel befasst sich wie gesagt mit der lokalen Kommunikation. Natürlich gibt es Mittel und Wege, wie jeder auch über größere Distanzen eine Verbindung aufbauen kann. Sei es nun mittels CB, CB Relais, Freenet / PMR Repeater, oder eben auch Amateurfunkrelais. Das erfordert aber mehr Wissen über Funk und wie Relais / Repeater funktionieren. Hat man sich bisher nicht dafür interessiert, so wäre es JETZT interessant auszukundschaften, welche Häuser in der Gegend größere oder ungewöhnliche Antennen auf dem Dach haben. Das könnte ein CB Funker sein oder ein Funkamateur. Und die kommen mit ihrem Equipment deutlich weiter als wir mit dem Handfunkgerät. Im Krisenfall sollte man also wissen wer so eine Funkanlage hat und sich mit ihm absprechen. Er kann DICH mit dem Handfunkgerät auch z.B. auf einer Freenet Frequenz erreichen. Ihr könntet euch absprechen, dass ihr euch auf einer Frequenz (und hier wäre Freenet das geeignetere Mittel) erreicht und er kann die Kommunikation weiterleiten. Beispielsweise um Hilfe, Feuerwehr, Krankenwagen zu rufen.

Reichweite durch Repeater vergrößern
Mittlerweile gibt es in Deutschland zahlreiche Gateways für Freenet und PMR446. Sie lauschen auf einem Kanal und leiten dann was sie empfangen über das Internet zu anderen Stationen. Das ist zwar im täglichen Leben eine nette Spielerei aber im Krisenfall nutzt uns das ja nichts wenn das Internet sowieso nicht funktioniert. Also kann man auf so genannte Papageien hoffen. Das sind Repeater, die alles was sie empfangen, nochmal wiedergeben. Welchen Sinn sollte ein solcher Papagei haben? Ganz einfach, in der Regel sind diese Repeater auf einer erhöhten Position, zB Dach eines Hauses oder im Optimalfall auf einem Berg. Alles was dieser Repeater wieder aussendet, erreicht viel mehr Funkgeräte als man selbst unten in der Stadt. Im Optimalfall sind diese Repeater sogar Solarbetrieben und funktionieren bei einem Stromausfall immernoch wunderbar. Man muss nur wissen wo einer bei sich in der Gegend steht.
Für CB Funk gibt es sogar die Möglichkeit von Relais. Diese haben eine noch viel größere Reichweite und den Vorteil, dass sie im Semi-Duplex arbeiten. Das bedeutet, das was sie auf Kanal 41 empfangen, senden sie zur gleichen Zeit auf Kanal 40 wieder aus. Ganz ähnlich funktionieren die Amateurfunkrelais auch. Aber wie gesagt, wenn man nicht ganz genau weiß was man da tut, sollte man die Finger davon lassen.

Szenarien und Anwendung bei Stromausfall

Also nehmen wir nun an, man hat sich vorbereitet und der Strom fällt aus. In der Zwischenzeit hatte man...

  • seine Powerbank mit den Solarpanels immer mal wieder bei gutem Sonnenschein aufgeladen
  • Das Funkgerät steht bereit und man weiß auf welchem Kanal ein Repeater vorhanden ist. Denn man hat zuvor mal abends den Scanner laufen lassen oder sich auf funk.simdif.com (oder ähnliche Seiten) informiert
  • Man weiß, wo in der näheren Gegend ein Funkamateur oder CB Funker mit großer Antenne auf dem Haus ist
  • Man weiß wo der nächste Fluss / Bach / See ist für Brauchwasser (Toilettenspülung)
  • Man hat immer genügend Vorrat an Wasser und Lebensmitteln

Je nach dem wie die Situation ist, kann man direkt mal zu demjenigen gehen, der die größere Funkanlage hat und sich mit ihm absprechen. Wenn es ein Funkamateur ist, so wird er vermutlich schon Vorkehrungen getroffen haben, wie er sich mit dem nächsten Notdienst absprechen kann, also beispielsweise bei der nächsten Feuerwache "seinen Funk" zur Verfügung gestellt (sodass er sich mit denen unterhalten kann) oder er kontaktiert sie direkt auf deren Frequenz. Ein CB Funker dagegen kann über die Region hinaus andere CB Funker erreichen.

Man spricht sich mit dem Nachbarn ab, fragt wer von denen ein Funkgerät hat. Ist es ein Mehrfamilienhaus, so erreicht derjenige, der im Dachgeschoss wohnt, eine viel höhere Reichweite. So kann man eine Funkkette / Vermittlung bilden. So zu sagen von Nachbar zu Nachbar, je nach dem wen man erreichen möchte.

Das soll es zu dem Thema erst mal gewesen sein. Falls mir noch etwas einfällt, werde ich es ergänzen. Falls EUCH etwas einfällt, haut es in den Kommentar rein

Samstag, 9. Januar 2016

Bei Mitfahrgelegenheiten Kommunikation zwischen Fahrer und Mitfahrer

Wo ist das Problem bei der Kommunikation zwischen Fahrer und Mitfahrer?

Schlechter LTE Empfang im Auto? Schau hier vorbei:
LTE Handyempfang im Auto verbessern

Die Mitfahrgelegenheit: praktisch und eine Win-Win Situation.
Wer als Fahrer schon mal Mitfahrer bei sich im Auto mitgenommen hat, der weiß wie es funktioniert... So in etwa:

  • Fahrer inseriert seine Fahrt auf einem Mitfahrportal und macht dabei folgende Angaben:
    • Strecke von Startort, Zwischenziele, Zielort
    • Abfahrtszeit am Startort sowie evtl. auch Abfahrtszeiten an Zwischenzielen
    • Welches Fahrzeug man hat und somit auch
    • wieviel Gepäck man pro Mitfahrer mitnehmen kann
    • Kosten für ganze Strecke sowie Teilstrecken (soweit es das Mitfahrportal erlaubt)
    • Ggf. gibt man Treffpunkt als Adresse, als konkreten Punkt an oder man beschreibt den Treffpunkt in der Beschreibung. Ansonsten versucht man ihn am Telefon zu erklären
  • Fahrt wird auf dem Mitfahrportal veröffentlicht, u.U. findet dazwischen noch eine Prüfung statt (z.B. bei BlaBlaCar) damit man hier keine Telefonnummer oder sonstige Kontaktdaten veröffentlichen kann. Hintergrund bei BlaBlaCar ist ganz einfach, dass hier von vorn herein die Einführung eines kostenpflichtigen Buchungssystems geplant war.
  • Mitfahrer suchen und finden die Fahrt auf fahrtfinder.net, das ist jedenfalls der Optimale Ablauf. Denn Fahrtfinder findet die Fahrten von verschiedenen Mitfahrportalen und nicht etwa nur von EINEM
  • Dann gibt es noch einige Zwischenschritte die bei Nutzung von Mitfahrzentralen mit kostenpflichtigem Buchungssystem (oder solchen die es noch planen) nicht umgangen werden können:
    • Mitfahrer muss sich auf dem Mitfahrportal mit seiner Mobiltelefonnummer registrieren und diese Nummer auch mittels SMS verifizieren lassen.
    • Nächster Zwischenschritt: Der Mitfahrer muss er erst einmal entweder mittels portalinternem Nachrichtensystem dem Fahrer eine Nachricht schreiben, bzw. die Fahrt direkt dort "buchen" (so als wäre der Fahrer ein Reiseveranstalter).
    • Als weiterer Zwischenschritt muss der Fahrer die Fahrt bestätigen. Entweder im System oder per Nachricht.
    • Gegebenenfalls wird die Fahrt jetzt schon bezahlt oder man gibt Zahlundsdaten an und das Geld wird nach der Fahrt eingezogen, inklusive "Provision für den Portalbetreiber und seiner Investoren".
  • Nun hat der Mitfahrer die Nummer des Fahrers und man kann sich in Verbindung setzen um alle Details zu besprechen.
    Das geht übrigens auch OHNE diese Zwischenschritte wenn man KEIN Mitfahrportal mit Buchungssystem nutzt (z.B. mitfahren.de)
  • Im Besten Fall hat der Fahrer bereits möglichst viele Infos zur Fahrt im Inserat veröffentlicht (auch soweit es das Mitfahrportal erlaubt) und der Mitfahrer hat sich die Infos auch angeschaut
  • Mitfahrer kontaktiert den Fahrer (Anruf oder SMS) und dann heißt es in den allermeisten Fällen:
    "Hallo (meistens stellt man sich auch vor), ich hab deine Anzeige bei *** gefunden und wollte fragen ob du noch ein Platz frei hast."
    Manchmal sagt der anrufende Mitfahrer auch von wo nach wo er eigentlich mitfahren möchte, aber in 90% aller Fälle ist das genau DER Satz den man als Fahrer bei einer Mitfahrgelegenheit zu hören kriegt. Ist doch so? Falls nicht, Kommentarfunktion ;)
  • Nun weiß ich als Fahrer ja nicht, was der Mitfahrer da vor sich hat, was er da eigentlich gefunden hat. Und vielleicht hat er sich ja doch verwählt? Aber manchmal ist es einfach so, dass ich eine Hin- und eine Rückfahrt habe. Oder ich MÖCHTE auf bestimmten Strecken einfach niemanden mitnehmen (z.B. Kurzstrecken am Anfang oder am Ende der Fahrt).
    Daher möchte ich einfach unglaublich gerne wissen, von wo nach wo der Anrufer eigentlich will.
    Da er sich meistens weder vorgestellt hat noch mir gleich am Anfang mitgeteilt hat wo er zu- und aussteigen möchte, muss ich fragen...
  • An dieser Stelle sollte man vielleicht noch erwähnen, dass Mitfahrer es immerwieder schaffen in den ungünstigsten Momenten anzurufen. Dann wundern sie sich natürlich, dass man nicht ans Telefon geht. Das heißt jetzt nicht unbedingt, dass sie mitten in der Nacht anrufen (wobei das auch vorkommt), sondern man ist einfach kein Reisebüro und sitzt da den ganzen Tag auf Mitreisende wartend. Man kann in dem Moment einfach nicht dran.
    Das führt uns zur nächsten Problematik: Wir haben überhaupt keinen Überblick über die Mitfahrer. Sofern es der erste Anrufer ist, weiß man natürlich ganz genau "ja, ich habe mindestens einen Platz frei". Aber wenn das schon der Zweite oder Dritte ist, zwischendurch hat mal wieder einer abgesagt, dann ruft der vierte an, der fünfte wiederum fährt nur eine Teilstrecke die wiederum frei ist weil der erste ja genau dort aussteigt wo der fünfte Anrufer zusteigt.
    Ja gerade bei gefragten Mitfahrgelegenheiten ist das manchmal so. Und egal wie, man ist sich als Fahrer dann nicht mehr ganz sicher wo man noch einen Platz frei hat. Was sagt man dem Anrufer dann? Meinen Zettel mit der Übersicht hab ich grad nicht da. Ich schau erst mal dann meld ich mich zurück...
  • Nun, nachdem ich weiß wo er zu und aussteigen möchte, ich einen Platz für ihn habe und auch damit einverstanden bin DASS er mitfährt (weil er z.B. nicht nur eine Kurzstrecke mitfahren will), sage ich erst einmal zu...
  • Ich frage ob er denn wüsste wo der Treffpunkt ist und wo ich ihn am Zielort absetze (falls ich die Treffpunkte im Inserat bereits angegeben habe).
  • Als Antwort sagt der Mitfahrer dann sowas wie "Ym" oder "Ym, am Hauptbahnhof, wie normal... Oder?"... Ganz selten passiert es aber auch, dass er sofort Bescheid weiß, dann bin ich schon fast schockiert, dass es sowas noch gibt...
  • Hier muss man dann erst mal etwas klarstellen, sofern der Treffpunkt eben NICHT der Hauptbahnhof ist. Und nachdem man ein wenig miteinander gesprochen hat, stellt sich plötzlich heraus, dass dieser Mitfahrer nur und ausschließlich am Hauptbahnhof abgeholt werden möchte und es nicht einsieht, dass der Umweg zum Hauptbahnhof für mich als Fahrer einen etwas längeren Umweg (hin und zurück) bedeutet als wenn er einfach in den Bus oder die Straßenbahn steigt um zum Treffpunkt zu kommen... Daher endet das Gespräch erst hier, die Zeit hätte man sich auch sparen können, wenn der Mitfahrer direkt wüsste, dass Hauptbahnhof einfach nicht drin ist.
  • Ist er DOCH mit dem Treffpunkt einverstanden, muss ich diesen in den meisten Fällen nochmal erklären. Eventuell muss ich auch erklären wie der Mitfahrer da zum Treffpunkt kommt (mit welchem Bus / Straßenbahn) und wo er aussteigen müsste. Ansich war ich mir sicher, dass solche Seiten wie
    reiseauskunft.bahn.de
    öpnvkarte.de
    hinlänglich bekannt sein müssten, gibt es sie schließlich nicht erst seit gestern..!
    Und jeder sich selbst informieren kann wie er am besten von seinem aktuellen Standort zum Treffpunkt kommt.
  • Oft läuft die Kommunikation auch rein schriftlich (per SMS oder WhatsApp) ab. Aber im Kern passiert dann doch das gleiche

So viel zu den Schritten die VOR der Fahrt passieren. Ist schon so Einiges, insbesondere wenn man auch den Treffpunkt erklären muss... Doch dann ist erst mal Ruhe und zwar so lange bis es kurz vor der Abfahrt ist. Je nach dem ob der Mitfahrer beispielsweise den Treffpunkt bereits kennt oder überhaupt zum allerersten Mal mit einer Mitfahrgelegenheit fährt, kann es auch hier wieder zu Verzögerungen kommen:
Im Besten Fall hat man es geschafft den Treffpunkt so gut zu erklären, dass sich der Mitfahrer genau dort befindet wo er sein sollte,
im schlechtesten Fall taucht der Mitfahrer nicht auf und ist telefonisch nicht erreichbar.
Im letzteren Fall wartet man in der Regel einige Minuten (maximal 15) und versucht dann noch ein allerletztes Mal den Mitfahrer zu erreichen.
Aus Erfahrung kann man jedoch sagen: Wenn der Mitfahrer später dran ist, meldet er sich von sich aus, dass er später kommt. Wenn man ihn zur Abfahrtszeit nicht am Treffpunkt sieht, ruft man ihn erst mal an. Geht er aber auch nach 10 Minuten nicht ans Telefon, kann man ihm getrost eine Nachricht hinterlassen und los fahren. Der Fahrer hat seine Sorgfaltspflicht erfüllt, der Mitfahrer nicht. Er hätte von sich aus Bescheid geben müssen wenn er später gekommen wäre. Ausreden wie "hab das falsche Telefon, kein Guthaben oder Akku leer" sind keine Rechtfertigung. Das gehört auch zur Sorgfalt. Wenn man schon nicht in der Lage ist anzurufen oder ans Telefon zu gehen, so sollte man wenigstens pünktlich am Treffpunkt sein um zu vermeiden, dass der Fahrer ohne einem abfährt.

Dann gibt es noch den suboptimalen Fall: Der Mitfahrer ist scheinbar am Treffpunkt, hat ihn aber falsch verstanden und ist somit eben NICHT am Treffpunkt. Man ruft also an und fragt wo er bleibt. Er sagt "Na ich bin wie vereinbart am Treffpunkt" - Ich sage "nein sonst würde ich dich ja hier irgendwo sehen".
Kurz um, der Mitfahrer hat den Treffpunkt falsch verstanden. Ärgern hilft da nichts, man muss ihm jetzt erklären, wie er zum tatsächlichen Treffpunkt kommt. Je nach Sprachkenntnis und Orientierungssinn kann das dann recht schnell oder eine gefühlte Ewigkeit dauern bis der Mitfahrer da ist.

Andere Mitfahrer müssen warten weil ein Mitfahrer später kommt

Das Problem dabei ist auch, dass dadurch, dass der eine Mitfahrer erst noch den Weg finden muss, alle anderen Mitfahrer WARTEN MÜSSEN. Nicht nur diejenigen die an diesem Punkt zusteigen sondern auch diejenigen, die später zusteigen. Kaum hat man sich getroffen und der Mitfahrer sitzt im Auto, muss der Fahrer dann noch die Mitfahrer, die später zusteigen, darüber informieren, dass er später kommt weil er auf einen Mitfahrer warten musste. So geht wieder Zeit verloren. Egal ob man jetzt eine SMS an mehrere Mitfahrer schickt (z.B. "komme 15min später") oder jeden einzelnen anruft. Alles kostet Zeit.

Gibt es nicht eine Möglichkeit das Handling zu vereinfachen und damit Zeit zu sparen?

Nun, es gibt mehrere Möglichkeiten und Methoden. Wir sollten bedenken, der Fahrer einer Mitfahrgelegenheit ist KEIN REISEVERANSTALTER und auch kein Unternehmer der immerzu am Telefon erreichbar sein muss. Er sitzt nicht im Büro und hat eine "Buchungssoftware" die ihm sagt wann wer wohin mitfährt und wie die Auslastung ist.

Also wie kann man die Probleme nun lösen?
Zum einen gibt es da das Problem mit dem Treffpunkt:
Wie erklärt man diesen und vermeidet Missverständnisse?

  • Man könnte ein Mitfahrportal nutzen bei dem man Treffpunkte für Start, Zwischenziel und Zielort angeben kann, in der bereits eine Beschreibung drin ist.
  • Damit ist nicht etwa ein Mitfahrportal gemeint, bei dem man als Treffpunkte "genaue Adressen" angeben kann, sondern Treffpunkte als Treffpunkte. BlaBlaCar fällt hier schon mal durch. Bedauerlich ist dabei, dass BlaBlaCar immernoch am bekanntesten ist.
  • Treffpunkte müssen deshalb als genaue Punkte angegeben werden weil es gerade bei Autobahnnahen Treffpunkten (Parkplätze) gar keine Adresse gibt. Ein Parkplatz hat nun mal oft gar kein Haus mit Hausnummer. Auch bei Treffpunkten in der Innenstadt gibt es keine genauen Adressen bei Parkplätzen. Es gibt zwar meist ein Haus in der Nähe aber dann steht der Mitfahrer dort und es kommt wieder zu der Situation mit dem "ich finde es nicht". In dem Moment wo man versucht dem Mitfahrer zu erklären wie er zum Parkplatz kommt, läuft er womöglich in die völlig verkehrte Richtung. Denn dort gibt es schließlich auch einen Parkplatz.
  • Nur wenn der Treffpunkt als genauer Punkt (mittels Koordinaten) auf der Karte eingezeichnet ist, ist er absolut eindeutig und Missverständnisse somit fast ausgeschlossen
  • Man könnte natürlich auch versuchen den Treffpunkt (bzw. Treffpunkte für alle Städte) im Beschreibungsfeld der Mitfahrgelegenheit so genau wie möglich beschreiben und die Treffpunkte als möglichst nehegelegene Adressen angeben. Das kann man machen aber es wird aus verschiedenen Gründen trotzdem recht selten funktionieren.
    Wieos? Weil sich der Mitfahrer in den seltensten Fällen beim Inserat für den Treffpunkt interessiert, er weiß ja manchmal sogar nicht, dass die Fahrt eigentlich in der Nachbarstadt los geht und er die Fahrt nur aufgrund der automatischen Umkreissuche des Mitfahrportals gefunden hat. Er ist z.B. der Überzeugung, dass der Fahrer von Heidelberg los fährt, weil er nach Heidelberg gesucht hat, auch wenn der Fahrer in Wirklichkeit in Friedrichsfeld los fährt (bzw. dort nur Zwischenstopp macht) und dies auch genau so im Inserat drin steht.

Nächste Situation:
Wie kommuniziert man Verspätungen wenn sie eintreffen?
Gerade wenn Mitfahrer nicht dort zusteigen wo der Fahrer los fährt sondern erst an einem Zwischenziel, kann es sein, dass Verzögerungen auftreten. Sei es durch andere Mitfahrer auf die man noch warten muss, Stau oder Sonstiges

  • Man kann alle nacheinander erst mal anrufen. Also auf geht's! Erst mal die Telefonnummern von den Mitfahrern raus suchen, dann anrufen, warten bis der Mitfahrer abnimmt, ihm erklären dass man 20min später da ist und sich eventuell noch seinen Kommentar dazu anhören.
    Anschließend muss man dann noch den nächsten Mitfahrer anrufen und das selbe machen...
  • Man könnte sich auch auf reine Textkommunikation beschränken und per SMS oder WhatsApp an alle Mitfahrer die selbe Nachricht schicken. Nicht zu vergessen, dass auch hier für das Aussuchen der Telefonnummern und das Tippen des Textes Zeit ins Land geht.
  • Man könnte sich aber auch die Zeit sparen und einfach so schnell wie möglich los fahren. Man sollte dabei dann allerdings mit verärgerten Mitfahrern rechnen die dann während der Fahrt anrufen um zu fragen warum man denn immernoch nicht da ist. Geht man während der Fahrt nicht ans Telefon, hat man unter Umständen das Problem, dass der Mitfahrer glaubt versetzt worden zu sein und ist im schlimmsten Fall nicht mehr am vereinbarten Treffpunkt. Geht man doch während der Fahrt ans Telefon, riskiert man ein Busgeld oder im schlimmsten Fall einen Unfall.

Eine gute Nachricht:
An einer Lösung für Fahrer und Mitfahrer wird gearbeitet

Es gibt bis jetzt also keine optimale Lösung für diese Probleme. Es wird aber an einer Lösung gearbeitet!

Die Lösung heißt nicht BlaBlaCar! Diese arbeiten lediglich an Funktionen, die den Gewinn maximieren.

Auf nimmtmit.de kann man sich vorab als Tester registrieren um die dort beschreibenen Funktionen zu testen. Dabei geht es zunächst darum das Tool so weit fertig zu bekommen, dass es später wirklich jeder nutzen kann!

Dieses Tool vereinfacht die Beschreibung des Treffpunktes und die Kommunikation von Verspätungen. Wenn Du diese Probleme als Fahrer von Mitfahrgelegenheiten kennst und bereit bist dieses neue Tool zu testen, schau mal rein, meld dich an! :)

Folgende Lösungen bietet nimmtmit.de an

  • Auswahl eines genauen Treffpunktes (keine Adresse) mit Angaben wie der Mitfahrer ganz einfach dort hin kommt.
    Also ÖPNV Haltestelle und Linien (Bus, Straßenbahn, S-Bahn).
    Dem Mitfahrer wird der Treffpunkt auf einer Map angezeigt, er kann sich auf Wunsch auch die Route dorthin berechnen lassen.
  • Information für alle Mitfahrer wann der Fahrer am Treffpunkt sein wird.
    Keine Anrufe nötig, der Fahrer informiert alle Mitfahrer über dieses Tool
  • Übersicht für den Fahrer wann er wo wieviele Plätze belegt hat, also wo Mitfahrer zusteigen und aussteigen.

Schlechter LTE Empfang im Auto? Schau hier vorbei:
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